Lokal zu Hause

Als Jungunternehmer, Kreative und andere Weltveränderer wollen wir flexibel und unabhängig arbeiten. Gleichzeitig ist aber der Wunsch da, Teil einer lokalen Community zu sein, weil vieles gemeinsam besser klappt und es so einfach mehr Spass macht.

Als bottom-up Initiative eröffnete im März 2016 der Effinger – Kaffeebar & Coworking Space in Bern. Mit der lokalen Community wuchsen auch immer mehr überregionale Verknüpfungen zu ähnlichen Initiativen.

Schweizweit vernetzt

Zu wachsen in einen grossen Coworking-Konzern mit unterschiedlichen Niederlassungen schien uns kein passender Weg. Wir ermutigten also lieber zu neuen, eigenständigen Projekten, die aber untereinander starke Beziehungen leben.

Die so entstandenen Communities sind damit Teil von etwas Grösserem, das über den eigenen Standort hinaus geht. Wir möchten auf dieser Ebene ausdrücken, dass wir eine ähnliche DNA haben und einander unterstützen. Dies nennen wir die Co‑Verwandtschaft.

Verwandte

Die folgenden Coworking Communities sind dabei.

Merkmale

Verwandte sind lokale Coworking Communities mit folgenden Merkmalen.

Lokale Community

Unser Verständnis einer lokalen Community:

  • IDENTITÄT: Leute in Community stellen sich zueinander und zu ihrer gemeinsamen Kultur.
  • RESSOURCEN: Sie teilen Ressourcen wie Raum, Zeit, Geld, Erfahrung, Misserfolg und Siege.
  • WEITERGEBEN: Sie geben weiter, was sie empfangen.
  • FEIERN: Sie treffen sich regelmässig, um gemeinsam zu essen und zu feiern.
  • GRÖSSER: Sie leben für Ziele, die grösser sind als sie selbst und ihre lokale Community.

10%-Schenkzeit

Wir sind überzeugt, dass ohne bewusste Zeit füreinander weder ein "Co" in Community noch ein "Co" in Coworking entsteht. Deshalb verpflichten wir uns, rund 10% unserer Arbeitszeit im Coworking Space einander zu schenken. Diese Zeit setzen wir ein für die Geschäfte von anderen Coworkern oder für die lokale Community.
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Gastrecht

Coworker können verwandte Coworking Spaces besuchen und dort gratis Coworken. Dies gilt für alle, die sich in die lokale Community investieren (siehe 10%-Schenkzeit) und dort ein Coworking-Abo haben.
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Aktivitäten in der Verwandtschaft

Feste Feiern

Jährlich findet ein Verwantschaftsfest statt. Der Standort rotiert zwischen den verwandten Spaces.

Barn Raising

Bei einer Neugründung oder wenn etwas erweitert wird, helfen wir einander.
wie kommt ein Space dazu?

Sounding Board

Bei anspruchsvollen Fragen kann man Verwandte beiziehen als "Sounding Board".

Kommunikation

Ein Online- und Offline-Austausch zwischen den Verwandten wird gefördert. Ausserdem kommunizieren wir, wer zur Verwandtschaft gehört (z.B. über die eigene Webseite).

Häufige Fragen

Wie funtioniert das Gastrecht genau?

Es ist erwünscht, dass Coworker aus anderen Spaces vorbei kommen. Dies fördert den Austausch zwischen den Spaces.

Ein Gastrecht haben alle, die sich in die lokale Community eines verwandten Spaces investieren (siehe 10%-Schenkzeit) und dort ein Coworking-Abo haben. Anstatt die Coworking-Tage im Heimat-Space zu beziehen, bezieht er/sie diese in einem verwandten Space (bei grossem Ungleichgewicht zwischen den Spaces reden wir einfach miteinander).

Damit ein lokaler Host das einfach überprüfen kann, muss die besuchende Person auf der Website des eigenen Spaces ersichtlich sein.

So läuft ein Besuch ab

  1. Besucher/in wird freundlich vom lokalen Host empfangen.
  2. Host schaut kurz auf der Website des Heimat-Spaces nach, ob die Person entsprechend aufgeführt ist.
  3. Host zeigt Besucher/in einen gemütlichen Platz zum Arbeiten. Der Arbeitsplatz ist inklusive - je nach Space muss jedoch für Zusätzliches wie Kaffee / Drucker bezahlt werden.
  4. Bei einer Pause stellt der Host den/die Besucher/in anderen Coworkern vor.
  5. Er/Sie überbringt ein Grusswort (oder ein Gruss-Gegenstand) aus dem Heimat-Space.

Wie wird die 10%-Schenkzeit überprüft?

Es liegt in der Verantwortung des jeweiligen Spaces, eine Kultur zu fördern, damit Coworker in ihrer Arbeitswoche füreinander und für die Community Zeit reservieren. Diese Zeit sollte sich in einem Rahmen von ca. 8-12% der Arbeitszeit bewegen. Als Verwandtschaft tauschen wir uns gegenseitig aus mit Ideen, die sich bewährt haben.

Ein paar Erfahrungen:

  • Nicht nur Schenken, sondern auch Empfangen ist wichtig!
  • Wenn Einzelpersonen mehr als 10% investieren und dabei noch wenig empfangen, kann es ungesund werden. Deshalb nicht nur zu mehr sondern manchmal auch zu weniger Schenkzeit ermutigen.
  • Jedes Arbeits- und Privatleben durchläuft Schwankungen. Darauf Rücksicht nehmen ist wichtig. Darüber reden und Erwartungen klären ist noch wichtiger.

Wie entscheidet die Verwandtschaft?

Jede lokale Community ernennt einen Co-Repräsentanten. Für alle Anliegen, die die Verwandtschaft betreffen, läuft der Kontakt über diese Person. Ein Repräsentant vertritt die Anliegen der lokalen Community.

Alle Repräsentanten entscheiden gemeinsam im soziokratischen Konsent. Dies kann elektronisch erfolgen oder auch durch Einberufen eines Repräsentanten-Treffens.

Kann kein Konsent erreicht werden, wird der Beschluss auf das nächste Treffen vertagt. Kann am nächsten Treffen immer noch kein Konsent erreicht werden, so kann der Beschluss mit dem einfachen Mehr gefasst werden. Bei Stimmengleichheit fällt der/die anwesende Repräsentant/in der am längsten verwandten Community den Stichentscheid.

Wie kommt ein Space zur Verwandtschaft dazu?

Eine Community kann verwandt werden, wenn Personen aus der Verwandtschaft bei der Entstehung dabei sind (z.B. durch Barn Raising, Coaching, …). Und natürlich müssen die Merkmale der Verwandtschaft erfüllt werden.

In diesem Fall kann eine Verwandtschaft beantragt werden und die Co-Repräsentanten entscheiden über die Aufnahme.

Wie verlässt man die Verwandtschaft?

Communities verändern sich ständig. Da kann es gut mal sein, dass ein Ausstieg sinnvoll wird. Ein Space soll in diesem Fall alle Verwandten über den Ausstieg informieren.

Ein Space kann auch ausgeschlossen werden. Folgender Weg muss dabei eingehalten werden:

  1. Jemand äussert direkt seine Bedenken an Verantwortliche des Spaces und hilft, nach Lösungen zu suchen.
  2. Man nimmt jemand mit aus einem anderen Space und sucht das Gespräch.
  3. Meist findet man eine Lösung oder wird sich einig, dass ein Ausstieg sinnvoll ist. Im hoffentlich nie eintretenden Fall, dass man sich nicht findet, kann man einen Antrag auf Ausschluss stellen. Dann wird ein Treffen einberufen mit einem Repräsentant aus jedem Space. Jeder Space hat dann eine Stimme und die Mehrheit entscheidet.

Kontakt­personen

Effinger

Bern

Marco Jakob
marco@effinger.ch

Hyve

Basel

Dorothea Gebauer
info@hyve.ch